Chribe Berlin 2019
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Städte Info Tour - Berlin

Willkommen zu meinem persönlichen Rundgang durch meine Heimatstadt Berlin. Seit mehr als 20 Jahren lebe ich bereits in Berlin. Am 18.12.1997 zog ich aus Baden-Württemberg hier her und habe diesen Schritt bis heute auch nie bereut. Begleitet mich also ein Stück weit durch diese pulsierende und immer wieder aufs Neue spannende, deutsche Mega Metropole.

» Hier versuche ich Euch nun geschichtliche Infos, Wissenswertes und meine persönlichen Eindrücke möglichst abwechselnd und interessant nahe zu bringen. Ich möchte damit Interessierten die Möglichkeit geben mein Berlin näher und mit dem entsprechenden Hintergrundwissen kennen zu lernen. Übrigens; wer sich innerhalb Berlins bewegt findet im Umkreis von 500 mtr. stets einen Bahnhof oder eine Haltestelle für die Weiterfahrt. Eine Großstadt wie diese lebt nicht zuletzt durch vielfältige Veranstaltungen, Ereignisse und besondere Bauwerke. Viele begeistern jährlichen Events wie das "Festival of Lights", die "Pyronale" auf dem Maifeld, der "Karneval der Kulturen" oder "Christopher Street Day" oder auch der neue Kletterpark "MountMitte" als moderner Hochseilgarten im Herzen Berlins. Ältere Ereignisse wie der Abriss des Palastes der Republik (Palazzo Prozzo), die ILA in Schönefeld, der Red Bull Air Race, die Multifunktionshalle "Mercedes Benz Arena" (frühere o2 World) und das edle Waldorf Astoria Hotel am Bahnhof Zoo. Eher traurige Berühmtheit hat der wohl weit über 2016 hinaus im Bau befindliche Großflughafen BER erlangt. Der Berliner Stadtschloss Wiederaufbau hat begonnen und soll 2018 fertig werden. Für Menschen die preisgünstig übernachten wollen und keinen Wert auf Privatsphäre legen bieten sich der Scube Park (Wohnen in einem Würfel) in Friedrichshain und das Hostel Boat (mit Zelten Möglichkeit auf dem Deck oder Kabine) direkt an der East Side Gallery an. Eine spannende Alternative bietet das Themenhotel Propeller Island in Kudamm Nähe. Die Zahlen lügen nicht: 2500 Parks, 175 Museen, 130 Theater, drei Opernhäuser, acht Sinfonieorchester und Ensembles ergeben zusammen täglich 1.500 Veranstaltungen alleine in diesem Segment. In keiner anderen Stadt ist die Dichte und Vielfalt kultureller Events so groß wie hier. Nach mehr als 13 Jahren gab Klaus Wowereit Ende 2014 sein Amt als Regierender Bürgermeister an Michael Müller ab. Er zog damit aus der stets verschobenen Eröffnung des BER Großstadtflughafens seine Konsequenz.

» Die deutsche Hauptstadt im Herzen Europas ist eine Stadt im Umbruch. Seit dem Mauerfall im Jahr 1989 und damit der Wiedervereinigung vor über 25 Jahren ist die Metropole in weiten Teilen kaum wieder zu erkennen und die Verwandlungen in diesem "Mikrokosmos der deutschen Einheit" schreiten unaufhörlich fort. Nur wenige wissen, dass in Berlin über 50 kleine, mittlere und große Automobilfirmen ansässig waren. Die durchschnittliche Höhe der Stadt liegt bei 34 Metern. Die höchste Erhebung sind die nördlich Pankow gelegenen Arkenberge mit 122 Metern, der größte See ist der Müggelsee mit 766 ha., das höchste Bauwerk der im Jahre 1965 - 69 erbaute Fernsehturm am Alex mit 365 Meter. Die Stadtgrenze ist stolze 234 km lang und ist in 12 einzelne Bezirke und 96 Ortsteile eingeteilt. Die Fläche von Berlin beträgt 891 Quadratkilometern (45 km lang und 38 km breit) und bietet ca. 3,5 Mio. Menschen Platz. Davon sind 14 % Ausländer und 13 % Arbeitslose. Darunter sind aktuell ca. 68 000 Asylsuchende und Flüchtlinge. Mehr als 180 Nationen sind dauerhaft hier ansässig. Wir haben 5.180 km Straßen, ein Schienennetz von 2.547 km und 1,48 Mio. Fahrzeuge sind aktuell hier zugelassen. Die Waldgebiete in Berlin haben die unvorstellbare Fläche von 29.000 ha. Berlin hat den Status eines Bundeslandes und seine Regierung ist der Berliner Senat mit Sitz im Roten Rathaus. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei ca. 83 Mrd. Euro, davon 59 Mrd. alleine im Westteil. Der Name Berlin kommt von der slawischen Silbe (berl) die für "Sumpf" steht. Er hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun.

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 Berlin in 4 schönen Bildern.

 

» Berlin hat, was nur wenige wissen, mehr Brücken als Venedig (über 1200 Stück) und längere Strände als die französische Cote d Azur. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Berlin war im Jahre 1244. Die Stadt Cölln (Schwesterstadt) wurde bereits 1237 erstmalig erwähnt (Berlin wurde quasi um die Stadt Cölln herum gebaut). Noch heute findet man in der Waisenstraße die Überreste der einstigen Stadtmauer von Cölln. Zusammenlegung der beiden Städte dann im Jahr 1432 (Der Bezirk Neukölln ist noch heute danach benannt). 1470 Residenz des Kurfürsten von Brandenburg. 1618 - 1648 Dreißigjähriger Krieg und die Pest (Halbierung der Bevölkerungszahl auf ca. 6000 Einwohner). 1740 - 1786 Friedrich der Große macht Berlin zu einer europäischen Metropole. 1871 Hauptstadt des Deutschen Reiches (1 Mio. Einwohner). 1936 - Die Olympischen Spiele finden in Berlin statt. 1939 - 1945 Zweiter Weltkrieg (die Hälfte aller Wohnungen ca. 600.000 wurden dabei zerstört und ca. 50.000 Berliner kommen bei Luftangriffen ums Leben). 1948 - Berliner Blockade "Luft-Brücke". 1961 - Bau der Mauer zwischen West- und Ost- Berlin. 1989 - Fall der Mauer "Wiedervereinigung". 1990 - Hauptstadt des geeinten Deutschlands. Seit 1999 ist die Stadt offizieller Regierungssitz. Berlin entstand am Unterlauf der Spree. Dieser 400 Kilometer lange Fluss mündet in Spandau, heute Teil von Berlin in die Havel. Die wohl bekannteste Havelausbuchtung ist der Wannsee. Der größte Berliner See ist der Müggelsee im Südosten Berlins. Insgesamt besteht ein Drittel des Stadtgebietes aus Wald und Wasser. Berlin gehört zu den grünsten europäischen Hauptstädten. Die Lage in einer dünn besiedelten Umgebung, zwischen Wald, Flüssen und Seen unterscheidet die Stadt erheblich von vergleichbaren Metropolen. Den Norden des ursprünglich sumpfigen Ur-Stromtales der Spree begrenzt die trockene Hochfläche Barnim, zu der der Prenzlauer Berg gehört. Im Süden dagegen gehört der Kreuzberg zur Hochfläche des Teltows. Die eiszeitlich geprägte Landschaft besteht vor allem aus kargem Sandboden, in den Niederungen aus Feuchtgebieten. In Bodenrinnen sammelte sich Wasser zu Seen. Die längste dieser Rinnen im Stadtgebiet erstreckt sich vom Lietzensee über Halen- und Grunewaldsee zum Schlachten- und zum Nikolassee.

» In Laufe der Geschichte hat Berlin schon sehr viele Rollen gespielt. Es begann mit der bürgerlich mittelalterlichen Kaufmannsstadt, gegründet im zwölften Jahrhundert. Die an städtische Freiheiten gewöhnten ansässigen Patrizier Familien wollten, aber konnten nicht verhindern, dass Berlin ab 1486 ständige Residenzstadt des brandenburgischen Kurfürsten wurde. Diese über 500 Jahre währende Berliner Hauptstadt Erfahrung wurde wesentlich durch die Landesherren aus der Familie Hohenzollern geprägt. Es war genau diese Dynastie, die von brandenburgischen Kurfürsten zu preußischen Königen und schließlich zu deutschen Kaisern aufstieg. Und Berlin stieg mit auf, bis es schließlich 1871 deutsche Hauptstadt wurde. In fast allen Lebensbereichen wurden in Berlin Maßstäbe gesetzt und zahlreiche Erfindungen gemacht. Vom ersten elektrischen Zug der Welt bis zur Entdeckung der Bakterie. Von Berlin aus wurde die Welt mit verändert. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die erste deutsche Republik zwischen dem Ende der Inflation 1924 und der Weltwirtschaftskrise 1929 nur fünf Jahre Zeit, um gerade in der Reichshauptstadt für die Demokratie Ehre einzulegen. Zehntausende modernen Wohnungen entstanden. Volksparks, Häfen, U-Bahnen wurden gebaut, die Berliner S-Bahn elektrifiziert und ausgebaut, das erste sexualwissenschaftliche Institut der Welt bemühte sich um Aufklärung. Berliner Mode und Kunst hatten einen Weltruf. Die Goldenen Zwanziger waren ein brodelnder Tanz auf dem Vulkan, der 1933 ausbrach und Berlin als rauchende Trümmerwüste hinterließ.

» Die um ungefähr 170.000 jüdische Berliner beraubte Stadt hat sich von den furchtbaren Schlägen der nationalsozialistischen Ära nie wieder ganz erholt. Heute leben in Berlin wieder 15.000 Juden. "Berlin bleibt doch Berlin" war auch ein Trotzspruch der Überlebenden. Selbst im Jahre 2000 hatte Berlin immer noch eine Million weniger Einwohner als im Jahre 1939. Und doch entwickelte sich Berlin, da es nun nicht mehr so schön war, zu einer der interessantesten Städte weltweit. Das begann mit der Aufteilung der Stadt in vier Sektoren. In Berlin wurden die Gewichte der Weltpolitik durch die aus westlicher Sicht erfolgreiche Luftbrücke 1948/1949 für alle sichtbar verschoben. Die Teilung der Welt nach 1945 wurde nirgends so brutal deutlich, wie in der seit 1961 durch das Monstrum "Mauer" geteilte Stadt. Berlin war die Stadt des Kalten Krieges schlechthin. Und gerade hier spürte man die Erwärmung des politischen Klimas nach 1970 besonders intensiv. Mit West-Berlin entstand eine kapitalistische Mauer-Insel im Sozialismus. Nur hier gab es die "behelfsmäßigen" Personalausweise, nur hier fuhren westliche Bahnen unter einer real existierenden Ost-Hauptstadt hindurch. Mit der Wiedervereinigung fand diese skurrile Situation dann endlich ihr Ende. Das zusammenwachsende Berlin gebar unter anderem die größte Baustelle Europas, um schließlich am Potsdamer Platz zusammenzufinden. Dieses Berlin ist gemessen am ländlichen, ja fast dörflichen Charakter meiner Heimatstadt Stuttgart doch etwas ganz anderes. Dieser Meinung sind neben mir scheinbar noch weitere 300 Tsd. schwäbische Mitbürger. Die Zahl ergab vor kurzem eine vom Senat beauftragte Forsa Umfrage.

» Der bekannte Slogan, Berlin sei rund um die Uhr geöffnet, stimmt! Die Verführung, die Nacht zum Tag zu machen, zählt zu den größten Attraktionen dieser Stadt. Berlin verfällt weder in Winterruhe, noch in sommerliches Phlegma. Berlin schläft nie sondern bietet fortlaufend Anregungen und Inspiration. Besonders vom Wasser aus bei einer der beliebten "Brückenfahrten" auf der Spree, sowie dem Landwehrkanal lässt sich in fast 4 Stunden für ca. 15 Euro pro Person ein erster umfangreicher und sehr schöner Ein- bzw. Überblick vermitteln. Konsum und Kommerz konzentrieren sich um den gründerzeitlichen Kurfürstendamm, von den Einheimischen liebevoll der „Kudamm“ genannt. Ebenfalls erwähnenswert das "neu gestaltete" Kranzlereck. Der baumbeschattete Boulevard Kudamm wurde als "Schaufenster des Westens" während des kalten Krieges auf Vordermann gebracht, so dass hier heute Altes und Neues nebeneinander bestehen. In der Zwischenzeit erhält er aber immer mehr Konkurrenz von der Friedrichstraße und der Promenade Unter den Linden. Das Szeneviertel Kreuzberg wetteifert mit dem Prenzlauer Berg um die Gunst der Berliner und den eifrig herbei strömenden Besuchern.

» Die damalige Reichstagsverhüllung der Künstler Christo und Jeanne-Claude besetzte zur rechten Zeit einen Ort neu, der nun mit öffentlich zugänglicher Kuppel als Bundestag in Berlin Menschen von überall her anzieht. Berlin zur Zeit der Jahrtausendwende ist eine Stadt, in der jährlich über 20 Milliarden Mark verbaut werden, ein einzigartiges Geschichtsmuseum voll - zum Teil noch staubiger und lärmender - Gegenwart. Nur in Berlin kann man eine kapitalistisch geprägte West-City am Zoo mit einem sozialistischen Hauptstadtzentrum am Alexanderplatz vergleichen. Zudem ist diese Stadt eine gigantische Bauausstellung der Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts, in der Kaiser-Stuck und reinste Moderne, nationalsozialistische Klobigkeit und Fünfziger Jahre Schick neben Stalin-Pomp und verspielter Postmoderne sich zu den Bauten der Gegenwart gesellen. Der zentrale Bezirk Mitte beheimatet die Repräsentationsbauten der Hohenzollern und war Sitz der ehemaligen DDR Führung. Spätestens seit den 90er Jahren gehört Berlin wieder zu den aufregendsten Städten Europas. Wer das erste Mal hier her kommt, mag daher das Gefühl haben, mitten in einen Film geraten zu sein. Egal, ob nun die heiß umkämpfte Loveparade, das neu renovierte Brandenburger Tor aus dem Jahre 1788, der Reichstag erbaut 1884 - 94, der Potsdamer Platz, das Mauer-Museum Checkpoint Charlie, das Jüdische Museum, der Zoo mit dem 2007 geborenen Lieblingskind "Eisbär Knut" und der Tierpark, die wunderschön gelegene Havel-Chaussee mit ihren kleinen Sandbuchten, die East Side Galerie (bemalte Original Mauerreste) oder das neue Jüdische Mahnmal am Brandenburger Tor.

» Da leider hier keine Loveparade mehr stattfindet, kann ich allen darüber hinaus tanzbegeisterten als Tipp die "Diskothek Matrix" unter dem U-Bahnhof Warschauer Straße empfehlen. Gleich in der Nähe befindet sich noch der Tanztempel "Speicher" über mehrere Ebenen. Von den Kudamm Diskotheken rate ich persönlich eher ab. In dieser südöstlichen Ecke findet man dann auch die wie ich finde, schönste Brücke Berlins. Die Rede ist von der aus rotem Backstein gebauten Oberbaumbrücke mit Ihren spitzen Türmchen. Sie verbindet nicht nur die jetzt zusammengelegten Bezirke Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg, sondern vereinigt auch Schiffsverkehr, Straße und die U-Bahn, welche hier weit oben über der Straße ihre Bahn zieht. Weitere Wahrzeichen der Stadt und Magnete für Besucher sind der Gendarmen Markt, das ICC Congress Centrum, die Pracht Straße Unter den Linden, das Nicolaiviertel, die 1943 zerbombte Gedächtniskirche mit ihren gelb erleuchteten Uhrzeigern und ihrem in blau getauchten Licht und der viel besuchte Britzer Garten. Dazu gehören ebenfalls die wirklich unzähligen Museen, die im Jahre 1873 fertig gestellte Siegessäule "Goldelse", Szenekneipen, Floh- und Kunstmärkte, zahlreiche Wagenburgen für Aussteiger (17 Stück), der Tiergarten mit seinem modernen Regierungsviertel, dem Kanzleramt (von Berlinern auch liebevoll "Elefantenhaus" oder "Waschmaschine" genannt) und was man kaum für möglich hält, dem riesigen Waldgebiet Grunewald samt den unzähligen Seen. Darunter der für Berliner Tierfreunde wichtige Hundebadestrand „Bullenwinkel“ mit seinem malerischen "Schlösschen Grunewald". Der bis dahin viel begrünte und weitläufig bewachsene Tiergarten war nach dem 2. Weltkrieg bis auf ca. 70 Bäume dem Brennstoffmangel der Berliner zum Opfer gefallen. Mit dem Holz wurde in Berliner Häusern geheizt. Heute ist der Tiergarten nach sehr umfangreichen Aufforstarbeiten wieder die größte zusammenhängende Wald und Grünfläche innerhalb einer Großstadt in Deutschland.

» Dazu kommt der berühmte und spätestens durch das Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" zugleich berüchtigte Bahnhof Zoo, der Botanische Garten, das KaDeWe und die Gedenkstätten des Widerstandes, in der unter anderem auch die Hitler Attentäter um Graf von Stauffenberg herum hingerichtet wurden. Etwas außerhalb von Berlin gelegen in Potsdam findet man das Schloss Sanssouci und die aus der Filmwerkstatt bekannte Medienstadt Babelsberg. Das bekannte und beliebte "Ostberliner Sandmännchen" wurde hier auch gedreht. Am Stadtrand gelegen findet man weiter die Pfaueninsel, sowie das bekannte Strandbad Wannsee. Zum Rundum Blick lädt ein der Teufelsberg (ehemaliger Schuttberg), und der Insulaner mit seinem Planetarium. Wer es jedoch gern etwas bequemer, dafür aber auch deutlich teurer haben möchte, nutzt den SAT1 Ballon "Hy Flyer" in der Wilhelmstraße oder den dem Eiffelturm in Paris nachempfundenen Berliner Funkturm (Stahlkonstruktion) von 1924 auf dem Messegelände. Empfehlenswert und gleichzeitig günstig ist dagegen eine Stadtrundfahrt im Linienbus 200, oder mit einem der wie ich meine immer schöner werdenden "Velo-Taxi's". Ganz aktuell findet man hier auch die modernen "Segway" Vermieter. Für ca. 15€ pro Stunde bringen einen diese kleinen 2 rädrigen Stadtflitzer flink von A nach B. Bereits erwähnt auch die lohnenswerte und durchaus lehrreiche Spree Rundfahrt (Größtenteils auf dem Landwehrkanal) mit einem der kleinen oder großen Boote der Stern und Kreis Schifffahrt. "Berliner Schnauzen" behaupten kess, wer im Landwehrkanal mit seinen durchschnittlichen 1.70 cm Wassertiefe ertrinkt, ist einfach nur zu faul um aufzustehen. Dieser, aus ehemaligen Bewässerungsgräben für Felder und Wiesen umfunktionierte Wasserweg, wurde einst nur zur Entlastung der Spree gebaut. Diese war damals total überlastet und an den Zollstellen gab es zum Teil wochenlange Wartezeiten. Auch die S-Bahn bietet mit einem umgebauten Glasdachzug ab Ostbahnhof am Wochenende preisgünstige Stadtrundfahrten auf 2 ganz verschiedenen Stadttouren an. Mit diesem Glasdachzug fuhr sogar die "Queen" aus England bei ihrem Berlin Besuch im Herbst 2004 durch die Hauptstadt. Um sich einen Gesamteindruck von den Ausmaßen Berlins zu machen, bietet sich für betuchtere Touristen ein Rundflug über die Stadt, von einem der drei Flughäfen an. Nie werde ich das Gefühl vergessen, welches ich damals hatte, als ich das erste Mal über diese Stadt geflogen bin vor vielen Jahren. So viel Stadt inmitten so viel Natur. Unbeschreiblich! Ein weiterer interessanter und mit rund 15 Jahren noch eher junger Publikumsmagnet ist der Verein "Berliner Unterwelten", der sich der Erforschung und Sicherung der noch immer ca. 1000 meist gut verborgenen Bunkern verschrieben hat. Die meisten davon werden aus Sicherheitsgründen eher geheim gehalten aber es gibt auch noch sehr offensichtliche Bauwerke dieser Art. Das öffentliche Interesse an den Eingeweiden der Hauptstadt ist groß. Der Verein bietet daher immer wieder Führungen an. Der erste Bunker in Berlin war übrigens ein unterirdisches Bierlager der berühmten Berliner Pilsbrauerei Betzel. Es existieren auch, von vielen Berlinern und Touristen völlig nichtsahnend, unter dem Tiergarten unterirdische mehrspurige Autobahnabschnitte als letzte Überreste der einstigen Stadtplanung Hitlers, welcher Berlin bekanntlich in „Germania“ umbenennen wollte um seinem großgermanischen Weltreich einen entsprechend pompösen Mittelpunkt zu geben.

» Die wilden Zwanziger, in denen in Berlin – so will es der Mythos – nie wieder die Lichter aus gingen, werden in diesem Zusammenhang gern als Beispiel zitiert. Doch folgten ihnen die 30er Jahre mit dem Faschismus, der von Berlin aus dirigiert wurde. Die 40er Jahre, die Leid und Zerstörung über fast ganz Europa gebracht haben und die Stadt selbst in einen Trümmerhaufen verwandelten. Die 50er Jahre, in denen die Vier-Mächte-Stadt Berlin zum Spionagezentrum im Kalten Krieg gemacht wurde. Die 60er, die durch den Mauerbau und den Ausbau des Westens zur glitzernden und provozierenden Konsuminsel inmitten der DDR in die Geschichte eingingen, aber auch die Studentenrevolte hervorbrachten. Dann die 70er Jahre, die Berlin, und zwar West wie Ost, zum Zentrum der Aussteiger Bewegung werden ließen, und schließlich die hedonistischen 80er, die mit dem Fall der Mauer ausklangen. In den heutigen 4 großen Universitäten der ehemaligen der Hanse zugehörigen Stadt, studieren heute ungefähr 150 Tsd. Menschen. Davon sind alleine 18 Tsd. ausländische Mitbürger. Am Ende dieses Jahrhunderts blickten alle Augen auf Berlin um das Zusammenwachsen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen, die sich auf benachbarten deutschen Boden herausbildeten, zu beobachten. Genau wegen diesem unbeschreiblichen Gefühl, gemischt aus Wissensdurst, Neugier und Hoffnung, habe auch ich mich für diese pulsierende Stadt entschieden. In keiner anderen deutschen Stadt lebt man so anonym wie hier, wenn man es denn möchte oder auch so integriert. Lange vor mir waren es, vielleicht aus ähnlichen Gründen, die Hugenotten im 18. Jahrhundert. Viel später kamen dann die Bosnier, die vor dem Krieg in ihrer Heimat flüchteten, Ostjuden und auch Schlesier, sowie heute die Menschen aus Polen, Tschechien, China, der Türkei und auch aus Russland. Alle glauben an die Integrationskraft und vertrauen in die Fähigkeiten dieser Stadt, Neues in sich auf zu nehmen. Ein Besuch im Schloss Sanssouci und der Medienstadt Babelsberg bietet sich als Ergänzung für lauffreudige Zeitgenossen an. Wobei für diese Sehenswürdigkeiten ein Tag viel zu wenig sein dürfte. Seit September 2010 hat Berlin übrigens seinen eigenen "Walk of Fame" am berühmten Potsdamer Platz.

» Für alle Familien oder Pärchen die etwas Besonderes erleben möchten und statt den Beinen lieber die Arme zum Einsatz bringen, empfehle ich im Sommer eine Fahrt mit einer Draisine. Diese Möglichkeit bietet sich Euch zwischen Fürstenberg und Templin auf einer stillgelegten Bahnstrecke. Oder eine sehr idyllische Stocherkahn Fahrt in Lübbenau. Egal ob auf der Schiene, zu Wasser, in der Luft oder auf dem Rad. Jede Variante birgt ihren ureigenen Reiz in sich. Auch das ist Berlin; die inzwischen leider schon sehr berüchtigte 1. Mai Demonstration in Kreuzberg, Friedrichshain oder Prenzlauer Berg. Immer wieder sind dort mutige Polizei Hundertschaften im Einsatz. Brennende Barrikaden, fliegende Steine, Wasserwerfer und jede Menge Gewalt und Plünderungen. Immer wieder verletzte Polizisten und verhaftete Demonstranten.
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